Bundesjustizministerin Katarina Barley schlägt vor, dass beim Immobilienerwerb künftig derjenige den Immobilienmakler zahlen soll, der Ihn bestellt. Seit 2014 gilt das Bestellerprinzip bereits bei Immobilien zur Miete.

Hier konnte der Mieter auch zu einem hohen Prozentsatz entlastet werden. Tatsächlich ist es bei den aktuellen Immobilienkaufpreisen gerade in angespannten Märkten wie München, sinnvoll den künftigen Eigentümer finanziell zu entlasten.Führt doch das Baukindergeld nicht zur gewünschten Entspannung für Familien und lt. SPD und Grünen würde dieses auch nicht ausreichen. Ob der entsprechende Antrag welchen die Bundestagsfraktion der Grünen in den Bundestag eingebracht hat seine Wirkung erzielen wird, bleibt aus der Praxis betrachtet fraglich.
Würde künftig alleine der Verkäufer die Maklerprovision in Bayern bezahlen (in der Praxis bezahlen bereits nach jetzigen Marktregelungen bundesweit schon in den meisten Fällen die Verkäufer einen Teil der Courtage, nämlich 3,57% der Verkäufer und 3,57% der Käufer und in Bundesländern wie in Berlin-Brandenburg und Hessen nur der Verkäufer bis zu 7,14%) so würden die Verkäufer diese Courtage in den Verkaufspreis mit einrechnen.
Der Käufer zahlt damit nicht nur einen höheren Kaufpreis, sondern auch prozentual Anteilig höhere Steuern. Schlaue Verkäufer die dann künftig gänzlich auf die Maklerdienstleistungen verzichten, werden den Zuschlag marktgerecht einpreisen und die Courtage selbst verdienen. Damit würde der Kaufpreis einer Immobilie für den Immobilienkäufer weiter steigen. Die Kapitalanleger würden diese entgangene Rendite freilich auch einpreisen und vermutlich und weil die Mietpreisbremse Ihre Wirkung meist verfehlt, die Mehrkosten mit höheren Mieten ansetzen. Der Käufer wäre in Zukunft ganz auf sich alleine gestellt, denn er kann keine Dienstleistung erwarten, da er ja den Makler nicht beauftragen kann.
Daneben würden künftig wohl auch viele Rechtsstreitigkeiten aus Mangel an Verkaufs- oder Kauferfahrung im Immobilienbereich angestoßen werden, welche heute durch eine gute Immobilienberatung von kompetenten Immobilienmaklern mit Sach- und Fachkenntnissen verhindert werden können.
Sinnvoll und als einzige wirkliche Entlastung wären meines Erachtens andere Hebel anzusetzen. Beispielsweise könnte die Grunderwerbssteuer gesenkt werden oder Freibeträge für den Käufer eingeführt werden. Denkbar wäre auch eine Rückführung der Steuerlast als Förderung für den Kauf von eigengenutzen Immobilien und zwar egal ob Familie oder Ein- oder Zweipersonen Haushalt. Es könnten Instrumente geschaffen werden, welche das Eigenkapital aufstocken. Auch könnte man die Finanzierungsbedingungen unter die Lupe nehmen. Nach den neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinien und den damit verbundenen Regeln ist es gerade für ältere Menschen schwierig geworden eine vernünftige Immobilienfinanzierung zu erhalten.
Der Gesetzgeber könnte auch den Sach- und Fachkundenachweis verschärfen um damit vermeintlich „Schwarze Schafe“ aus dem Markt zwingen.
In diese Richtung denkt auch Dr. Jan-Marco Luczak, stellvertretender rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: „Bevor in die Rechtsverhältnisse Dritter eingriffen wird, muss sich Justizministerin Barley daher fragen lassen, ob sie es sich nicht zu einfach macht. Ich bin dafür, dass wir zunächst, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Grunderwerbsteuer senken beziehungsweise Grundfreibeträge einführen. Das würde Immobilienkäufer sofort und unmittelbar entlasten.“
Ähnlich sieht es auch der IVD und „Das Bestellerprinzip widerspricht daher der staatlichen Aufgabe, Verbraucher zu schützen und nicht schutzlos zu stellen.“ (August 2018)